Im Jahre 1911 treten einige Gymnasiasten der Oberrealschule an das RSpV-Vorstandsmitglied Josef Seuwen heran und tun kund, daß sie lieber Tennis als Fußball spielen würden. Seuwen geht auf das Anliegen der Jungen ein, allerdings nur unter der Bedingung, daß sie sich bereit erklären, im Winter zusätzlich Hockey zu spielen, und so kommt es zur Gründung der Hockey- und Tennisabteilung im Winter 1911/12 und zum Bau von 2 Tennisplätzen, die auf Kosten des Schuhfabrikanten Josef Seuwen errichtet werden.
Im Jahre 1925 etabliert sich die Tennisabteilung im unmittelbaren Bannkreis des Hauptvereins, wo auf beiden Seiten der Tribüne Tennisplätze gebaut werden. Es beginnt die erste Blütezeit der Abteilung unter dem Vorsitz des Arztes Dr. Hendriksen.
Der zweite Weltkrieg setzt der aufstrebenden Abteilung ein vorläufiges Ende. Nach dem Krieg macht man sich unter Leitung von Paul Dorfmüller schon früh an den Neubau und die Sanierung der Stadionanlagen. Vom Wiederaufbau der Tennisanlagen jedoch wollte Dorfmüller nichts wissen, und so kam es zur Abspaltung der Tennisabteilung, die fortan als „Tennisverein Schwarz Weiß Rheydt“ ein vom RSpV losgelöstes, eigenes Dasein führte.
1956 erfolgte die Neugründung der Hockey- und Tennisabteilung durch Schüler des Hugo-Junkers-Gymnasium.
Der 17 jährige Gernot Blum wurde zum Mannschaftsführer und damit automatisch zum Abteilungsvorsitzenden gewählt. Fünf Monate später konnte man auf 40 Aktive zurückgreifen. Anfang 1959 tritt Gernot Blum vor eintritt in sein Medizinstudium als Vorsitzender zurück.
Sein Nachfolger wird der damals 18-jährige Bernd Gothe, der sich vorher schon als Vergnügungswart einen Namen gemacht hatte. Mit Bernd beginnt die Zeit steigender Mobilität: Bernd hatte eine Isetta, Robert Wagner einen NSU-Prinz und die übrige Mannschaft wird in einem Ford Transit der Firma Gothe zu Auswärtsspielen chauffiert. Die Firma Beines spendiert den Sprit, die Firmen gothe, Pferdmenges, Bang und Obholzer sind mit sachleistungen behilflich.
1960 wird Platz 3, ein ehemaliger Rollhockeyplatz erst als Hockeykleinfeld, später als Tennisplatz (1962) hergerichtet.
Was jetzt noch fehlt, war ein eigenes Clubhaus, und wieder hatten die Keulen- und Racketschwinger Glück: Bernds Mutter, Frau Änne Gothe erwarb 1963 für 6000,- DM eine büro-Baracke der Firma Hölters und Peters. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde die Baracke- natürlich ohne Baugenhmigung- „Am Gerstacker“ auf Sand gesetzt. Unter dem unvergessenen, 1971 verstorbenen „Liegenschaftswart“ Heinz Klomp werden die Abteilungsmitglieder zur Pflege und ausbau der Anlage in Eigenarbeit angestachelt.
Im Jahre 1969 steht die Abteilung auf recht soliden Füßen, und da Bern schon 10 Jahre Vorsitzender ise, wird das Clubhaus in „Gothe-Institut“ umbenannt. Der Aufstieg der Hockey Mannschaft in die höchste westdeutsche Spielklasse und der aufstieg der Tennisgemeinschaft in dieS-später sogar B-Klasse sorgen in den 70iger Jahren für ein wachsendes Selbstwertgefühl. Ihre spekulärtsten Erfolge erlebt die Hockeyabteilung 1978, als die Knaben A deutscher Feldhockeymeister werden, und 1980 als die Jugend B Deutscher Vizemeister in der Halle werden kann.
Die bekannt gute Jugendarbeit , dokumentiert sich noch heute darin, daß eine Reihe von Spielern, die aus dem RSpV hervorgegangen sind, zu den Stützen unterschiedlicher Bundesligamannschaften gehören.
Im Jubiläumsjahr 1995 sind im Hockeybereich 2 Herren und 11 Jugendmannschaften wettkampfmäßig auf Naturrasen im Einsatz. Ihre Erfolge sind um so höher zu bewerten, als sie die ihre Heimspiele leider immer noch nicht auf einem heute üblichen Kunstrasen austragen können.
Im Tennisbereich bestreiten 2 Herren-, 1 Damen-, 2 Jungsenioren-, 1 Jungseniorinnen-, 2 Senioren- und 5 Jugendmannschaften Medenspiele.
Die nun schon fast 40 Jahre währende Nachkriegsgeschichte der Hockey- und Tennisabteilung ist auf das engste mit der Person und dem unermüdlichen Engagement der „großen Vorsitzenden“ Bernd Gothe verbunden, ohne den diese Abteilung geradezu undenkbar geworden ist.
Jürgen Pauly 90 Jahre Spö 1995
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