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Westdeutsche Zeitung
Tennis/Hockey: Die Kugel tanzt auf dem Schläger Tennis- und Hockey-Camp beim RSV: 90 Talente tummelten sich auf der Anlage. Rheydt. "Wir machst Du das?" -der kleine Pascal (5) staunt Bauklötze, als Marcin Pobuta die weiße Plastikkugel auf seinem Hockey-Stock tanzen lässt. Die Antwort bleibt dem 131-fachen Polnische Nationalgoalie im Hals stecken, der Knirps hat sich seinen Mini-Schläger geschnappt, und siehe da, die Kugel dreht auch auf seinem Stock Pirouetten jetzt staunt Pobuta. "Die Kids haben sieben Stunden am Tag volles Programm", erklärt Trainer Thomas Grulke, "und die Trainer auch", lacht sein Team-Kollege aus der ersten Mannschaft, Karol Podzorski. Auf dem Kunstrasen des Rheydter Spielvereins tobt der Bär. 62 Kinder zwischen fünf und 14 jagen dem Hockey-Ball hinterher, schlagen die Filzkugel auf den Tennisplätzen oder toben über die Anlage. Zusammen mit den B-Knaben des RSV tummeln sich sogar an die 90 Talente beim "1. Hockey und Tennis-Camp" des Spielvereins an der Breitestraße. Vormittags drei Stunden Hockey, zehn Minuten Mittagessen im Clubhaus und schon geht es auf dem Tennis-Court weiter eine Woche lang. Nur am Mittwoch spielte das Wetter nicht mit. "Aber auch das war kein Problem, Markus Schnocks vom Return hat uns eingeladen. Im Return konnten wir Beachvolleyball und Badminton spielen", freut sich Organisator Helmut Otten. Während Pascal und Pobuta auf dem Kunstrasen weiter jonglieren, bauen die fleißigen Helferl schon den Grill für das große Abschluss-Barbecue auf. Die Club-Wirte Agnes und Dime, Kirsten Soeding und die Familie Schröter opfern jede freie Minute für die spaßige Meute. "Hier herrscht wirklich eine fantastische Atmosphäre", strahlt Otten. Im Vorfeld hatte der Spielverein drei Schulen angeschrieben und die Kinder neugierig gemacht. "Wer früh anfängt, kann Tennis und Hockey gleichzeitig lernen, die Grundzüge sind ähnlich. Ein Tennis-Rückhandschlag ist die gleiche Bewegung wie im Hockey", sagt Tennis-Lehrer Oliver Habersag. Klar, dass sich der "Spö" vor allem eines erhofft: die Entdeckung neuer Talente. Franziska (6) besitzt Potenzial. Aber irgendwie hat das Mädel heute nur Flausen im Kopf. "Franziska, die Jungs brauchen Dich", ruft Thomas Grulke. "Ich will aber lieber hier mitspielen", motzt Franziska und zeigt auf die Gruppe von Pobuta. Und schwupps, da kassiert Franziskas Team auch schon das erste Gegentor. Hannes (7), der wie Franziska ein blaues Leibchen trägt, rollen Tränen über die Wange. "Franziska", bittet Grulke die kleine Dame noch einmal lieb. Jetzt läuft sie. Auch Hannes grinst wieder, schnappt sich den Ball und erzielt den Ausgleich. Grulke pfeift ab, die Würstchen brutzeln schon. "Wir haben das hier zum ersten, aber bestimmt nicht zum letzten Mal gemacht", zwinkert Grulke, "es war wirklich ein Mordsspaß."
Von Boris Inanici
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