Hockey - Deutsche Hockey Zeitung
Piotr Mikula: Star der polnischen RSV-Armada
Mit Piotr Mikula, einem von drei polnischen Spielern beim Rheydter SV, verkehrt einer der aktuell weltbesten Stürmer in Deutschland.
Den Erfolg gepachtet zu haben scheint der Rheydter Spielverein. In vier Jahren sind die RSV-Herren gleich fünfmal aufgestiegen. Ihr Rezept für den Triumph liegt zum einen in dem großen Trainingsfleiß, der sportlichen Ernsthaftigkeit, dem hervorragenden Trainer Herbert Zangerle und zum anderen in der glänzenden Kameradschaft, dem Humor in allen Lebenslagen und dem exzellenten Umfeld. Verstärkt hat sich der Verein aus Mönchengladbach immer nur mit Spielern, die vor allem auch menschlich zum Team passen. Ein Aspekt, der für den Verein ganz wichtig ist. Ein ausgezeichnetes Händchen hat der Club mit der Verpflichtung seiner polnischen Armada bewiesen. Im Sommer 1999 gesellte sich als erstes Karol Podzorski zu der illustren Runde. Den Kontakt hergestellt hatte der seit Jahren in Mönchengladbach lebende polnische Landsmann Darek Musialowski vom Ortsnachbarn Gladbacher HTC. Podzorski, von 1984 bis 1998 fester Bestandteil der Nationalmannschaft (189 Spiele für Polen, 98 Tore), schlug gleich in seinem ersten Spiel für den RSV voll ein. Der 34-Jährige machte gegen Leverkusen zwei Tore und war maßgeblich am Aufstieg in die 1. Feld-Bundesliga beteiligt. Auch menschlich passte der Vollblutstürmer, der das Gespür für die richtige Situation hat, absolut zu der Mannschaft. Schnell war er integriert, arbeitet nicht nur hart seinem Sport, verbessert auch seine Deutschkenntnisse tüchtig. Über Podzorski fand dann auch der zweite polnische Spieler, Marcin Nyckowiak, den Weg nach Rheydt. Auch ihm gelang der Anschluss bestens. Der 26-Jährige ist ein sehr guter Techniker, hat schon 95 Länderspiele auf dem Buckel und gehört jetzt wieder zur polnischen Nationalmannschaft. Eine absolute Hockeygröße konnte der Rheydter SV vor kurzem verpflichten: Piotre Mikula. Beim Olympia-Qualifikations- turnier im März 2000 wurde er zum "Briten-Schreck". Beim 5:2 über Großbritannien schoss der 24-Jährige alle fünf Treffer für sein polnisches Team, das mit diesem Sensationserfolg den Grundstein zur höchstens erträumten Sydney-Teilnahme legte. Mikula beeindruckte die Fachwelt, wurde in Osaka zum "besten Spieler" des Qualifikationsturniers gewählt, lieferte auch starke Leistungen in Sydney und stand am Jahresende sogar auf der Nominierungsliste zur Wahl des Welthockey-Spielers 2000. In Gniezno ist Piotr Mikula, der beim RSV "Nico" genannt wird, geboren. Das Hockeyspiel wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater Jerzy ist dem Hockeysport verbunden und hat seine Leidenschaft neben Piotr auch den Brüdern Krystof und Artur mitgegeben. Piotr und Artur spielten gemeinsam für Polens National- mannschaft. Mit sechas Jahren begann "Nico" mit dem Hockeyspiel. Seither hat er viele polnische Meisterschaften in der Halle und im Feld bestritten und gewonnen, auch bei Europacupturnieren holte er sich mit dem Team von Pocztowiec Poznan schon einige gute Plätze und Medaillen. Wie dei beiden anderen RSV-Polen ist er ein freundlicher. bescheidener und zurückhaltender Mensch. Ein absoluter Profi, der sich gewissenhaft um seinen Sport kümmert. Sein Ehrgeiz färbt auf die anderen Spieler ab. Er lebt die Art, Sportler zu sein, vor. Piotr sit ein hervorragender Stürmer mit aus- geprägtem Torriecher. Für die Nationalmannschaft hat er schon über 30 Tore in seinen inzwischen mehr als 100 Länderspielen geschossen. Und wie die anderen büffelt auch er tüchtig Deutsch, denn Barrieren soll es beim Rheydter SV nicht geben, auch keine sprachlichen. Ob im Mittelfeld oder Strum - Piotr Mikula ist überall einsetzbar. Er ist ein athletischer, technisch super starker und torgefährlicher Mann, dem man beim Hockeyspiel gern zuschaut. Und beim RSV, da fühlt er sich bestens aufgehoben und will nicht nur ein Gastspiel in der 2. Hallen-Bundesliga geben, auch im Feld will er für Rheydt in der höchsten deutschen Spielklasse kämpfen und alles geben, denn hier ist - trotz gelegentlicher Ausflüge wie am kommenden Wochenende zur Hallen-Europameisterschaft nach Luzern - inzwischen seine zweite Heimat.
Judit Höttges
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